Die Kraft der Visualisierung: So programmieren Sie sich auf Erfolg!

Jedes Mal, wenn wir uns eine Situation in Erinnerung rufen oder uns etwas vorstellen, visualisieren wir: Wer war da? Was wurde gesagt? Wie sah die Person aus? Was wird passieren? Gerade wenn wir vor einer schwierigen Situation stehen, spielen wir sämtliche Abläufe in Gedanken durch. Denn: Wenn wir wissen, was wir erwarten können, können wir auch besser reagieren. Was vielen Menschen allerdings nicht bewusst ist: Wir können uns mit solchen Gedankenspielen nicht nur das Schlimmste ausmalen, sondern uns auch gezielt positiv auf bevorstehende Situationen einstellen und unsere komplette Wahrnehmung neu programmieren. Wie das geht, möchte ich nachfolgend erläutern.

Was Visualisierung bewirken kann

Eine richtige Visualisierung ist dabei mehr als nur der einfache Gedanke “Wenn ich X tue, kann Y passieren.” Es geht vielmehr darum, sich in eine Situation richtig hinein zu versetzen. Dazu gehört eine genaue Vorstellung der Umstände. Ort, Geräusche, Gerüche, Personen. So präzise wie möglich. Man nennt das auch Immersion. Formel-1-Fahrer nutzen diesen Mechanismus, um sich das jeweilige Streckenprofil einzuprägen. Ultra-Marathon-Läufer stellen sich in Phasen von Müdigkeit und Schmerz den Zieleinlauf sehr bildlich vor, um während eines Rennens wieder Motivation und Kraft zu tanken.

So können wir uns besser auf etwas einlassen und unsere persönlichen Ziele stärker manifestieren. Auch unsere Reaktionszeit in Gefahrensituationen lässt sich dadurch verkürzen. Das mag im ersten Moment etwas spirituell klingen, doch ich bin fest davon überzeugt, dass die Visualisierung ein tolles und oft unterschätztes Werkzeug ist, das eigene Selbstbewusstsein zu stärken und sich besser auf herausfordernde Situationen vorzubereiten.

Im Gegensatz dazu steht die ungesteuerte oder negative Visualisierung, die oft einer der Hauptgründe ist, warum wir etwas nicht machen, obwohl wir es eigentlich gerne täten. Wir stellen uns z.B. vor, wie uns der Mann, den wir gerne ansprechen würden, abblitzen lässt. Oder wir visualisieren, wie wir eine Rede vor Publikum halten und dann plötzlich stotternd nur Blödsinn reden. Das Ergebnis: Wir programmieren uns praktisch selbst auf Misserfolg.

Ob wir eine herausfordernde Situation am Ende meistern oder nicht, hat sehr viel damit zu tun, wie wir sie uns vorstellen. Ich wette, dass viele großartige Ideen zahlreicher Menschen nie das Licht der Welt erblicken, nur weil sich die Personen vor Augen halten, wie andere über sie bzw. über ihre Ideen lachen. Doch das muss nicht sein.

Wie läuft eine Visualisierung ab?

Der Ablauf einer Visualisierung hängt ganz vom eigenen Ziel ab. Wichtig ist, dass eine einmalige Übung nicht viel bringt. Regelmäßigkeit ist auch hier – wie z.B. beim Gang ins Fitness-Studio – eines der wichtigsten Elemente für sichtbaren Erfolg. Sie sollten sich also am besten jeden Tag Zeit zum Visualisieren nehmen.

Zu Beginn sollten Sie sich bewusst machen, worum es in der Visualisierung überhaupt gehen soll. Was ist das Ziel? Wollen Sie in einer schwierigen Situation im Beruf oder im Privatleben besser reagieren können? Wer sind die genauen Akteure, wo spielt sich die Situation räumlich ab?

Im nächsten Schritt gehen Sie in sich und versuchen dabei, sich alles so genau wie möglich vorzustellen. Das erfordert etwas Übung, wird Ihnen aber nach einer Weile deutlich leichter fallen. Stellen Sie sich vor, wer etwas sagt, was gesagt oder getan wird. Sie werden merken, wie Sie mit der Zeit immer besser darin werden, das Verhalten Ihres Gegenübers zu antizipieren. Sie sind dabei der Hauptakteur Ihres eigenen Films.

Wem nützt eine Visualisierung?

Jeder kann diese Technik ganz einfach anwenden; es ist dabei vollkommen egal, welches Ziel man sich setzen möchte. Das Spektrum reicht von Situationen im Beruf bis zu solchen im Alltag und in Beziehungen. Jeder, der schon mal bedroht oder ungerecht behandelt wurde, kann Visualisierungen nutzen, um das nächste Mal besser reagieren zu können.

Wichtig ist, besonders bei Bedrohungs- und Angriffsszenarien, einen für sich positiven Ausgang der Situation zu visualisieren. Tritt die Situation dann tatsächlich ein, geht es nicht darum, dass sich alles genau so abspielen muss, wie man es sich ausgemalt hat. Das wäre der Idealfall, ist aber unrealistisch. Vielmehr dient die Visualisierung dazu, in einer kritischen Situation nicht überfordert zu sein.

Auch wenn es nur eine Sekunde ist, die man schneller reagiert, kann man so dennoch einen entscheidenden Vorteil gewinnen. In unübersichtlichen Momenten behält man mit entsprechender Vorbereitung die Ruhe, kann sich wesentlich besser orientieren als Personen, die von den Ereignissen überrascht wurden.

In diesem Sinne: Nutzen Sie die Kraft der Visualisierung!